30.04.2013

Die Geburt - meine eigene Geburtsvorbereitungstaktik

Dieser Beitrag ist ein wenig untypisch für mich und ich befinde mich auch grade in einer für mich eher ungewohnten Lage bzw. Situation.

Wie einige vielleicht schon wissen, war die Geburt des Milchbienchens für mich nicht das schönste Erlebnis der Welt, ich selbst betrachte es aber auch nicht als komplette Katastrophe oder als Horror-Geburt, denn schlussendlich sind wir beide lebend da heraus gekommen (um es jetzt ein wenig pathetisch darzustellen) und es geht uns gut. Dass es so schlecht lief, kann man weder den Hebammen noch den Ärzten ankreiden sondern leider nur der Tatsache, dass es meinem Baby damals nicht gut ging. Der Kaiserschnitt wurde also ungeplant unter der Geburt gemacht und danach war mein Kind erstmal für einen Tag weg, bevor ich sie wieder auf der Intensivstation 3 Städte weiter sehen konnte. Es war für mich kein einschneidendes Erlebnis, ich habe deswegen keine Angst vor der nächsten Geburt. Ich bin weder traumatisiert noch depressiv. Es ist alles gut.

Trotzdem möchte ich natürlich, dass das nicht noch einmal so passiert. Meine Traumgeburt war das sicher nicht, auch wenn mein Traumkind am Ende in meinen Armen lag.

Ich bin nun in der 33. Schwangerschaftswoche und seit ca. 3 Wochen denke ich ständig (!) über die kommende Geburt nach. Es ist für mich so nah, so greifbar und trotzdem mehr als unrealistisch. In weniger als 8 Wochen – rein rechnerisch – ist es so weit. 52 Tage noch. Das ist praktisch nichts. Ich habe noch so viel zu tun, so viele Dinge zu erledigen, weswegen ich sehr froh bin, dass mein Mutterschutz nächste Woche beginnt.

Meine Gedanken über die Geburt sind diesmal ganz andere als zur damaligen Schwangerschaft, was natürlich auch verständlich ist, da ich nun mehr weiß als vorher, mir die Schmerzen vorstellen kann (auch, wenn ich sie wieder vergessen habe) und die Lage ein wenig besser beurteilen kann. Die Gedanken wuchsen also im Laufe der Schwangerschaft und nahmen auch unterschiedliche Stellungen ein. Grade zu Beginn vertrat ich die Ansicht „bloß keine sectio mehr!“ was sich weiter ausbildete zu „egal wie, Hauptsache alles ist gut. Und zur Not mach ich auch einen geplanten Kaiserschnitt!“ Diese letzte Meinung überkam mich regelrecht nach Gesprächen mit Hebamme und meinem Mann, aber wirklich richtig fühlte es sich nicht an. Meine Hebamme trieb mich nicht zum geplanten Kaiserschnitt, wir reflektierten nur die letzte Geburt und dabei kamen dann viele Aspekte auf und, dass ich auf Grund meiner Vorgeschichte einfach ein etwas größeres Risiko habe, dass es nochmal zur Sectio kommen könnte. Wenn ich dabei von vornerein einem geplanten Kaiserschnitt zustimmen würde, würde das für mich und meinen Körper weniger Anstrengung und Schmerzen bedeuten, als wenn ich es wieder so wie letztes Mal probieren würde. Wir philosophierten also herum und sprachen darüber. Schlussendlich sagte sie dann „abwarten und schauen, wie groß sie überhaupt wird. Wir haben Zeit.“ Bei meinem Arzt kam nur zu Anfang der Schwangerschaft die Frage auf, ob ich wieder eine Sectio möchte und dass man dann später einmal schauen müsste. Aber auch von dieser Seite aus kein Drängen. Meine Mama im Gegensatz dazu, die selbst die Geburt des Milchbienchens als absolute Katastrophe empfand, findet einen Kaiserschnitt sehr gut und hätte auch dieses Mal am liebsten direkt einen geplanten KS – das wäre ein Traum für sie. Keine Sorgen, keine Ängste, kein ständigen Gedanken darüber „Wann geht es los“. Sie sieht das mit rosaroter Brille als Wunder der Medizin und vor allem als unkompliziert und quasi „gesund“ an. Jegliche Fakten über diese Operation lassen sie kalt. Aber das ignoriere ich dann auch vollständig. Mein Mann ist ein wenig ambivalent. Von der einen Seite sagt er, dass er mich in allem unterstützt, egal, was auch immer ich vorhabe. Andererseits sieht man ihm schon an, dass er von der letzten Geburt geprägt ist und auch überhaupt gar nichts dagegen hätte, wenn ich einem KS zustimmen würde.

Nunja, die Lager sind also gespalten. Ich war es auch. Die letzten Wochen und Gedanken haben mich aber in eine Richtung gebracht, welche wohl die Beste für mich ist.

Wie ich mir die Geburt vorstelle

Ich weiß, dass ich keine Geburt planen kann. Ich weiß, dass alles unter der Geburt anders sein kann, als ich es mir erwünscht oder vorgestellt habe. Ich weiß aber auch mit Sicherheit, dass ich mir Dinge vorstellen kann und auch gewisse Dinge nicht möchte. Es sind folglich nur Anhaltspunkte und keine festen Regeln und Gesetze, die dann streng befolgt werden müssen. Mit diesem Wissen und mit meiner eigenen Motivationskraft (ich rede mir seit vielen Wochen ein, dass es kein Kaiserschnitt wird und dass ICH das schaffe!) möchte ich folgende Punkte für die bald kommende Geburt aufstellen, welche für mich eine Richtung vorgeben – immer in Anbetracht der Tatsache, dass sich durch gesundheitliche Veränderungen bei mir und dem Baby Dinge ändern können und müssen.

  • Ich möchte mehr mitbestimmen. Das heißt, dass ich nicht – wie beim letzten Mal –  vollkommen unselbstständig und unfähig mich von Wehe zu Wehe schleppe, mir jedes Mal wünsche, dass es endlich vorbei ist und das Gefühl habe zu sterben. Ich muss das anders verpacken, ich muss es anders verarbeiten und die Wehe nicht als negatives Etwas betrachten, dass mich umbringt sonders als positiven Schritt nach vorne, der mich zu meinem Baby bringt. Das fehlte mir beim letzten Mal komplett, ich war so geschockt von diesen massiven und unbeschreiblichen Schmerzen, dass ich eigentlich nur noch körperlich anwesend war. Das muss sich ändern. Und ich hoffe auch einen Weg gefunden zu haben, wie es geändert werden kann. In den nächsten Wochen werde ich mich intensiv mit einer Entspannungsmethode für die Geburt  auf dieses Ereignis vorbereiten. Ich habe schon häufiger davon gehört, konnte es mir nie vorstellen oder fand es „Quatsch“. Nach sehr langer Recherche bin ich nun doch davon überzeugt, dass es was bringen muss. Es handelt sich dabei um die Mongan-Methode, Hypnobirthing (http://www.amazon.de/HypnoBirthing-nat%C3%BCrliche-sicheren-sanften-leichten/dp/3938396202). Es hört sich verrückt an und sehr alternativ – und damit gar nicht nach mir. Wenn man sich ein wenig genauer damit befasst, merkt man aber schnell, dass es eine Kombination aus Entspannung und Selbstsuggestion ist – ich rede mir selbst ein, dass es gut ist und klappt und ich die Kraft habe. Ich verstehe, was in meinem Körper passiert und arbeite MIT meinem Körper und nicht gegen ihn an. Psychologisch gesehen ist das eine gute Methode.
  • Ich möchte keine PDA. Ich habe sehr viel Angst davor, dass wieder in meinem Rücken rumgebohrt wird (die Auswirkungen der letzten PDA waren extrem erhöhter Blutdruck, weil ich so viel Angst hatte. Eine Reaktion meines Körpers, die ich auch erst in der Schwangerschaft herausfand).
  • Ich will keine homöopathischen Produkte bekommen.
  • Ich möchte in der Badewanne entspannen oder ich möchte in der Badewanne mein Kind bekommen.
  • Ich möchte nicht von Anfang an einen Zugang bekommen ohne dass ich Medikamente bekomme.
  • Ich möchte meinen Mann dabei haben.
  • Ich möchte geduldig und positiv auf die Geburt warten und mich nicht stressig da durchschieben lassen. Ich will Ruhe und Gelassenheit.
  • Ich kann mir vorstellen, auf einem Gymnastikball zu sitzen und die Hüften zu kreisen. Ich erinnere mich, dass ich diese Bewegung bei der letzten Geburt gut vertragen habe.
  • Ich will meinem Körper vertrauen und ich möchte, dass mir vertraut wird. Das Prinzip der Geburt funktioniert seit Tausenden von Jahren. Warum sollte es bei mir nicht klappen?
  • Ich möchte über alle medizinischen Details informiert werden und erfahren, was mit meinem Kind unter der Geburt passiert (sofern bekannt).
  • Ich möchte Radio hören und mein Handy in Griffweite haben.
  • Ich möchte, dass mein Mann sich nach meinem „Bedarf“ danach erkundigt, wie es dem Milchbienchen geht und sie anruft.
  • Je nach Geburtsverlauf und -zeit möchte ich ambulant entbinden und danach wieder nach Hause gehen.

 

Das sind die Dinge, die für mich bisher am realistischsten sind. Natürlich immer im Hinblick auf die Gesundheit und den Zustand des Babymädchens. Wir können gespannt sein, wie es tatsächlich ablaufen wird und wie sehr ich mich diesmal mit einer Entspannungsmethode mit den Wehen vereinbaren kann. In den verbliebenden Wochen werde ich mich sehr intensiv damit beschäftigen und dies einüben. Meine Hoffnung auf eine natürliche und sanfte Geburt sind dabei meine größte Stütze und ich bin sicher, dass ich es schaffen kann und werde. Tschakaaaa! :)

 

Tags: being pregnant

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Kommentare

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Am 02.05.2013 09:01 Uhr schrieb heiDIY:
Hallo Carmen,
auch ich wünsche Dir für die zweite Geburt alles Gute! Wird schon klappen und ich finde es toll, wie konstruktiv du mit den Erlebnissen Deiner 1. Geburt umgehst :). Außerdem möchte ich Dir noch sagen, dass Du wirklich ein wunderschönes Blog hast!
lg, heiDIY

Am 01.05.2013 21:34 Uhr schrieb Chrissi:
Als erstes wünsche ich dir das die zweite eine weit aus bessere Geburt wird als die erste.
Aus Erfahrung (3 Geburten) mittlerweile kann ich sagen dass, das was man sich vornimmt unter der Geburt man nur selten dann realisiert. Ich brauchte auch 2 Anläufe um MEINE Traumgeburt zu haben. Die 2 Großen habe ich im Kreissaalbett auf dem Rücken liegend wie ein umgekippter Marienkäfer bekommen da es für mich am angenehmsten war, vorgenommen hatte ich mir die Wanne. Erst bei unserer 3ten Maus hab ich eine Wannengeburt gehabt. Habe alles frei entschieden und konnte mir meine Maus selber *fischen*. Nimm dir nicht so viel vor, das setzt nur unter Druck. Entscheide unter der Geburt nach Bauchgefühl. Es hat sich bei mir so bewährt.
Und nun noch eine schöne Restkugelzeit und dann eine tolle enstpannte Geburt.
Lg Chrissi mit ihren 3 Mädels


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