24.10.2014

Ich habe Herbstlethargie. Oder: Der Zusammenhang von Körperfett und schönen Stoffen

Ich hab Herbstlethargie.

Und das sieht so aus: ich kauere  in der Ecke. Mein Hals brennt, meine Knochen tun mir weh. Jeder einzelner Muskel schreit „Verdammt noch mal, beweg dich nicht!“. Mein Kopf möchte nicht weiter machen, denn dieser dumpfe Druck um die Augen und Stirn herum ist wieder da. Ich hasse ihn. Die Kraft in meinem Körper verläuft im negativen Bereich und ich frage mich, was mir die Motivation gibt, überhaupt wieder aufzustehen.

Ach ja, verstehe. Die Kinder.

Tatsächlich kauere ich nämlich gar nicht in der Ecke. Aber ich fühle mich so. Meine Seele hingegen, ja, die könnte dort irgendwo in einem dunkeln, kalten Keller hocken und sich selbst bemitleiden. Auch wenn ich wollte, ich kann gar nicht in der Ecke hocken. Nein, ich darf noch nicht mal. Denn hier sind ein Haushalt und zwei Kinder. Und ein Mann. Ach ja und die Arbeit natürlich auch noch.
Nach außen hin ist also alles gut. Business as usual. Nur das in mir gar nix usual ist. Das würde nämlich bedeuten, dass alles in den gewohnten Gang gehen würde.

Wer ist Schuld?

Ich schiebe es auf das Wetter, die Jahreszeit, die Kälte und die Nässe. Ich schiebe es auf die Krankheit, die pünktlich zu dieser Jahreszeit bei uns anklingelt und ungefragt über Wochen und Monate bleibt. Auf die gelb-triefenden Rotznasen, die heisernen Stimmen, die schlechte Laune und vor allem die unglaublich ätzenden Nächte. DIE Nächte, in denen mal alle zehn Minuten das Baby grässlich schreit und sich nicht beruhigen lässt. DIE Nächte, in denen man durchstillt und sich freut, dass man zwei Brüste hat und nicht nur eine. DIE Nächte, in denen man ohne Decke mit einem Kind vor der Brust mit dem anderen Kind am Rücken sandwichartig auf der Bettkante liegt, die taktvollen Tritte in den Rücken erträgt  und alles dafür tun würde, wenn man mal eine Minute alleine im Bett liegen dürfte. DIE Nächte, die vorbei sind, bevor man länger als drei Stunden geschlafen hat.  Von genau diesen hatte ich die letzten zwei Wochen übermäßig viele. Und ich freue mich ´nen Keks, dass diese Nächte am Sonntag mal wieder eine Stunde früher zu Ende sein werden. Nicht.

 

So sieht also Herbstlethargie aus.

Eine Kombination aus körperlicher Angeschlagenheit aller Familienmitglieder und deren Auswirkung auf das gemeinschaftliche Zusammenleben mit den  Tatsachen  des Arbeiten-müssens, Tag-überlebens und Wünsche-hintendran-stellens.

Und, dass das Wetter, die Kälte und die Nässe nicht gleich noch was positives dazu beisteuern, ist klar, oder? Ich mag den Herbst nicht. Näh. Er ist für mich immer dieser blöde Miesmacher. Der, der den Sommer wegnimmt. Der, der uns so lange auf Weihnachten warten lässt. Der, der mir sagt, dass ich meine dicke Jacke und Schuhe rausholen muss. Der, der immer Erkältungen mitbringt. Hat der keine besseren Freunde?

 

Und dann noch das

Ich trinke mittlerweile Kaffee. Also nicht pur oder so. Mit irgendwas gemixt, dass es diesen Geschmack erträglicher macht und meinem Körper etwas Koffein einpumpt. Oh mein Gott, sie trinkt Kaffee! mag jetzt irgendwer denken.  Verständlich. Aber ich trinke keinen Kaffee. Nie. Höchstens mal so ein FrozenCoffeeCaramelSahneSiruplecker-Starbucks-Dings. Das ist auch mehr Leckerei als Kaffee. Und das nur, wenn ich einmal im Jahr an einem Starbucks vorbei komme (aber dann auch in groß, bitte!!). Jetzt steht hier im Büro unsere alte Tassimo und wenn ich so gar nicht mehr kann, dann mache ich mir ein Caramel-LatteMacchiato mit einem extra Kakao um das alles irgendwie zu überdecken. Tatsächlich reagiert der Motor ziemlich gut auf Kaffee und auch auf längere Distanz. Muss nur versuchen, den Konsum niedrig und sporadisch zu halten, damit es nicht zur Gewohnheit wird und der Effekt sich verdünnisiert.

Soweit ist es also schon gekommen.

Und während ich nach außen lächle und meinen Latte Macchiato Caramal Schokolade zu mir nehme, versuche ich mir wieder selbst in den Arsch zu treten. Vieles funktioniert aktuell nicht. Weder der Haushalt ist so, wie ich ihn gerne hätte, noch ist meine Zeiteinteilung die, die ich gern hätte. Manchmal wachsen mir rechts und links noch 4 Arme, besonders abends, und ich finde es erstaunlich, was ich alles in kürzester Zeit geschafft bekomme. Und bin wiederrum erstaunt, was ich alles nicht geschafft habe. Paradox, ne?

In all dieser Ätzendheit funktioniert nur eines gut: Mein Verzicht auf Schokolade bzw. Süßigkeiten bis Weihnachten. Ich habe gerade vergessen, bei welchem Tag ich bin (16 oder so?) – aber das fluppt. Unanstrengend und ohne groß darüber nachzudenken. Was nicht fluppt sind die Kilos. Also der Verlust der Kilos. Seit drei Wochen ist mal wieder NICHTS passiert, obwohl ich einen ausgewogenen, gesunden und vollwertigen Tagesablauf habe. Einen nach dem anderen. Ich stelle es mir so vor: Mein Körper hat jahrelang mit größter Hingabe Fett gesammelt und es eingespeichert: „Hier ein bisschen, da ein bisschen und hier noch gaaaanz viel.“ Es kam ja immer mehr dazu. Dann kam auf einmal nichts mehr und er musste abgeben. „Ok. Ist ja genug da. Hier ein bisschen, da ein bisschen, bitteschön. Aber dann, hm… noch mehr? Echt? Neee… ich hab doch so fürchterlich lang gesammelt und gebunkert und hab mich doch daran so gewöhnt. Willst du das echt alles haben? Nääääääh, ich geb´ nichts mehr her. Klar, wir haben noch genug davon, aber was ist, wenn der dritte Weltkrieg ausbricht? Es nichts mehr zu essen gibt? Häh, was dann? Dann wirst du froh sein, dass ich so fleißig gehortet habe, jaha.“

 

Von Fett und Stoffen

Mein Körper verhält sich mit seinem Fett wie ich mich zu meinen Stoffen verhalte: hier ein schönes Stückchen, da ein kleiner Meter, hier der ist auch so wunderschön. Ich brauche sie nicht, ich habe keine Zeit sie zu vernähen, aber sie sind so traumhaft. Ich lege sie zurück. Für später einmal.

Na, erkennt jemand die Metapher?

Und weil ich meinem Körper ein gutes Beispiel sein wollte, habe ich gestern aussortiert und einige viele Meter Stoff verkauft. Weil ich sie eigentlich nicht brauche. Weil ich eigentlich genug davon habe. Und weil der Platz fehlt.

Vielleicht nimmt sich da jemand mal ein Beispiel an mir und schmeißt bald auch seine überschüssigen Fettdepots raus.

Wir brauchen sie nicht. Zumindest nicht so viel. Ich verspreche es dir.

Tags: me, I & myself, I reduce myself

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