14.02.2014

Die unromantische Seite eines Mamalebens

Heut an Valentinstag hüpfen ja bei vielen die kleinen Herzchen über dem Kopf hin und her. Bei mir nur bedingt. Ok, es gab einen kleinen Liebesbrief an den Mann in seiner Frühstücksgemüsedose. Und heute Abend sein Lieblingsessen. Valentinstag ist ganz nett, aber das war´s auch schon. Ich bekam nichts. Ok, das ist untertrieben. Ich bekam ein schlechtgelauntes Kleinkind, was für ein Geschenk. 

Man stellt sich das Familienleben immer so romantisch vor, schöne kleine Familie im Eigenheim, am Besten mit Jungen und Mädchen, einem Hund und einem Garten. Alle ordentlich und sauber gekleidet, perfekt sitzende Frisur und einem strahlendem Lächeln. Wie in der Werbung, quasi.

Entweder lügt die Werbung oder ich bin / meine Familie ist eine Ausnahme. 

Heute an diesem Tag der Liebe hab ich das Geschenk bekommen, mich restlos überfordert zu fühlen. Wo ich mich doch eigentlich geliebt fühlen und selbst Liebe schenken sollte, empfinde ich das nicht sondern habe nur einen Gedanken: wann hört das endlich auf? Wirklich nach einem Jahr? Sind´s nur noch 4 Monate? Ganz im Ernst? Ich sitze auf meinem Stuhl und starre blöd durch die Gegend. Die Akkus sind leer, der Körper ist schwach, die Ohren sind nahezu taub und ich sehne mich zurück an meinen Arbeitsplatz, wo es doch so viel einfacher war, als hier zu Hause mit Kindern. 

Bin ich so empfindlich oder geht es allen so?

Ja, das frage ich mich wirklich. Den Tränen nahe saß ich heute beim Babyabendbreiessen und in meinem Kopf ging nur eine endlose Schallplatte: „Du schaffst es nicht, deine Aufgaben zu erfüllen. Du schaffst es nicht, eine gute Mama zu sein. Du schaffst es nicht, dass deine Kinder wohl erzogen sind. Du schaffst nichts….“ Ich fühle mich schlecht. Nein, ich bin schlecht. Ich kann nicht dafür sorgen, dass dieses fucking Haus endlich mal 5 Minuten in einem annehmbaren Zustand bleibt. Ich versage in der Beziehung mit Pauline, weil ich sie in ihrer Frustrationstoleranzfindungsphase nicht richtig unterstützen kann: sie macht dicht, schreit mich und alles andere an und ich bin machtlos. Sitze daneben und schaue sie an, als ob ich soeben ein tanzendes Schwein im Tüte gesehen hätte. Die kleine Schwester nimmt das Gebrüll gern als Einladung um ihre Solidarität kund zu tun und so schreien mich dann 2 Kinder an, eins hilfsloser als das andere und ich in der Mitte. Ja, und dann?  

Das ist die unromantische Seite des Familienlebens. Die unromantische Seite vom Leben mit Kindern, vom Leben mit einem Kleinkind und einem Baby. In der Schwangerschaft habe ich mir natürlich in der Theorie ausgemalt, dass so was in der Richtung mal vorkommen würde. Aber, dass ich so eine Hilflosigkeit fühlen würde, hätte ich nicht erwartet. 

 

Die Multitasking-Lüge

Dabei ist das einzige Problem nur, dass ich mich nicht teilen kann. NUR. 

Multitaskingfähigkeit ist eine Lüge. Klar, man kann mehrere Dinge gleichzeitig tun - aber während man das Baby füttert, die Suppe kocht, aufräumt und mit dem Kind redet, leiden alle Aktivitäten gleichermaßen. Entweder brennt die Suppe an oder das Baby meckert, weils nicht schnell genug geht oder der Teller fällt zu Boden, weil die Spülmaschine hektisch ausgeräumt wurde oder oder oder. „Ich kann mehrere Dinge gleichzeitig, ich bin eine Frau und multitaskingfähig!“ Ja, klar, kann ich auch. Aber dabei mache ich alle Dinge nicht besonders gut. Und das ist das Problem. Alles läuft schnell, alles muss irgendwie erledigt werden und vieles dann einfach nur so nebenbei. Nebenbei essen, nebenbei spielen, nebenbei aufräumen. Das ist SCHEISSE!  

Das zu ändern ist theoretisch machbar aber praktisch unmöglich. Würde ich mich immer nur auf eine Sache konzentrieren und die dann richtig gut machen, habe ich dann keine Zeit mehr für die anderen. Zumindest nicht für alle. Außer ich würde das nächtliche Schlafen einstellen.  

Ja, ich denke, dass das große Problem ist, dass Pauline nicht mehr soviel Zeit mit mir haben kann und ihre Aufmerksamkeit dann dadurch erreicht, dass sie vollkommen durchdreht. Mit allem, was dazu gehört. Christin ist auch kein Baby von Traurigkeit und zeigt mit vehement lautem Meckern und zeitweise Schreien, dass sie bitte auch sofort beachtet werden will. Keins meiner Kinder kann auf Aufmerksamkeit verzichten, beide brauchen es ungemein und am liebsten exklusiv. Ich müsste mich teilen. Oder meine Kinder müssen lernen, dass es so nicht geht. Beides ist dabei nicht zufriedenstellend. Und das macht mich wahnsinnig. Es macht mich mürbe, meine Nerven flattern und ich Zweifel an allem und jedem. Kurz vor einer Heulattacke sitze ich dann am Küchentisch mit nur einem Gedanken: „Alle schaffen das, nur ich nicht“. Und das ist jetzt die Frage: schaffen es wirklich alle und bin nur ich unfähig oder geht es (nahezu) allen anderen Mamas auch so nur es redet niemand darüber? 

 

Mehr Mamaverzweiflungstransparenz, bitte!

Im Stillen hoffe ich, dass es allen so geht. Dass alle mal verzweifelt sind, dass alle mal - so wie ich - mit einem fetten Fragezeichen über dem Kopf vor dem vollkommen aufgelösten Kind sitzen und nicht weiter wissen, dass alle mal denken „so hatte ich mir das nicht vorgestellt! Wo ist mein romantisches Familienbild hin?“ Darüber redet aber keiner und so sitzen wir desperate housewives dann am Küchentisch und fühlen uns allen. Weil wir uns unfähig fühlen oder unfähig sind. Wir wissen es nicht. Redet ja niemand drüber. 

Also, mehr Transparenz, bitte! Ihr Mamas da draußen! Redet mehr über Verzweiflung, über Hoffnungslosigkeit und Heulattacken, über Wut und Überforderung, Sprachlosigkeit und Ratlosigkeit. Denn hier gilt dann das, was meine beiden Töchter schon gut drauf haben: Solidarität. Solidarität verbindet und zeigt uns, dass wir nicht alleine sind. Sie zeigt uns, dass wir keine Ausnahmeerscheinung sind, nicht die schlechteste Mutter und Hausfrau der Welt und nicht alles falsch machen. Und dadurch fühlen wir uns dann besser, dadurch können wir Hoffnung schöpfen und vor allem die Erkenntnis, dass wir nicht allein sind und nicht zu doof, um Mama zu sein. 

 

Kommt her, ihr zuckersüßenlila Wolken!

 

Wenn der Sturm sich verzieht, wird der Himmel meistens wieder recht schön. Nur wer denkt daran, wenn man gerade mitten in dem Orkan eines Kleinkindes steht? Ich zumindest nicht. Ich nehme das zu persönlich und bin dann auch leider nachtragend. Meine Seele ist nachtragend, weil ich es nicht einfach mal als Gegebenheit hinnehmen kann. Und dabei sollte ich es doch besser wissen.

Irgendwann ist die Schlechtwetterfront also abgezogen und ich atme auf. Puh, geschafft. Mit nur einigen wenigen Kollateralschäden. Und jedes Mal denke ich, dass das das bestimmt das letzte Mal gewesen ist und nun alles wieder schön ist. Dann suhle ich mich in meinem harmonischen Familienleben und genieße genau das: meine romantische Vorstellung von Familie, wo nie einer weint und alle nur lachen und sauber angezogen sind. Wie in der Werbung.

Tags: me, I & myself, Familenchaos

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