05.07.2013

Die Geburt- Teil 1

Vorwort/Warnung

Im folgenden werde ich festhalten, wie die Geburt unseres Babymädchens verlaufen ist und ich diese empfunden habe. Dies dient mir als Erinnerung als auch als Versuch der Eigentherapie. Ich werde nichts beschönigen oder auslassen. 

Für alle Schwangeren: Bitte überlegt euch im vorhinein gut, ob ihr das wirklich lesen möchtet. Es war keine Traumgeburt, es hat zwar ein glückliches Ende genommen, jedoch ist sehr viel schief gelaufen und es war auch mehr als haarscharf. Ich möchte niemanden Angst machen, keinem schlaflose Nächte bereiten oder die Geburt vermiesen. Es ist nunmal so passiert und die Wahrscheinlichkeit dafür ist mehr als gering gewesen. 

* * *
Die Geburt beginnt

Am 27.6.2013 bekam ich abends nach einem schönen Tag im Garten mit dem Milchbienchen und des Milchbienchens Freund Wehen. Mal wieder. Natürlich dachte ich mir nichts dabei, es war nichts neues und nicht das erste Mal. Genau genommen hatte ich die Wochen davor immer mal Wehen, mal mehr - mal weniger, mal stark - mal schwach. Es waren auch nie soviele, 2-3-4 Stück und dann war alles wieder vergessen. Nach einer Stunde an diesem 27.6. war mir aber klar, dass diesmal etwas anders war: erstens kamen sie regelmäßig im 6-7 Minuten Abstand und zweitens gingen sie nicht mehr weg! Leider waren diese Wehen sehr schwach, eher wie Menstruationsschmerzen. Aber deutlich spürbar. Gegen 23 Uhr gingen wir schlafen, problemlos schlief ich trotz dieser Mini-Wehen ein. 
Um 01:45Uhr wurde ich durch eine schmerzhafteren Wehe geweckt. Ich war mir jedoch nicht sicher, ob es tatsächlich eine war. Hätte auch nur meine volle Blase sein können, die mir Schmerzen bereitet. Oder eine falsche Liegeposition, schlafen konnte ich zum Ende nur sehr schlecht. Nach einem kurzen Toilettengang legte ich mich wieder hin und versuchte einzuschlafen. 12 Minuten später kam die nächste Wehe. Wieder stärker. Ich wartete - und es kam die nächste. Und die nächste. Ca. 9-12 Minuten waren die Abstände. Da ich so natürlich nicht schlafen konnte, surfte ich bei facebook und las ein wenig. Glücklicherweise war eine Freundin online, mit der ich reden konnte. Sie unterstütze mich und wir sprachen über die Wehen und die Intensität. Nach einer Stunde konstanten Wehen wollte ich in die Wanne gehen, vorher war es mir der Aufstand nicht wert. Die Wehen wurden immer mal intensiver, manchme waren noch schwach. Nur der Abstand war mir definitiv noch zu lang, um die Pferde scheu zu machen. Meine Freundin sagte mir, dass die Wehenpausen sich in der Wanne häufig verkürzten - na, das war doch ein Plan. ich weckte also meinen Mann, ohne ihn wollte ich nicht baden gehen. Als er wach wurde, sah er mich sehr verblüfft an: ein kleines Licht war an, das Wasser lief und ich stand halb nackt vor ihm und sagte, dass es wohl losgeht und ich gern baden möchte. Er verstand wohl nicht so recht, warum ich ihn dafür bräuchte - aber er kam mit. In der Badewanne entspannte ich mich die ersten Minuten und die Wehen wurden tatsächlich intensiver und vor allem häufiger. Und das ziemlich zügig: auf einmal kamen sie alle 4-5 Minuten. Kurz wurde ich panisch, dass es jetzt so schnell ging. Lieber aus der Wanne raus und ins Krankenhaus. Der Weg brauchte auch 20 Minuten. Während ich mich fertig machte, rief mein Mann meine Eltern an und bat diese zu kommen um auf das Milchbienchen aufzupassen. Mein Papa kam direkt zu Fuß angerannt, er dachte er wäre schneller als meine Mama, die mit dem Auto kurze Zeit später hinterher fuhr. Tatsächlich war er nur wenige Sekunden eher da. Wir nahmen unsere sieben Sachen, mein Mann rief im Krankenhaus an und ich verabschiedete mich noch von meiner kleinen, schlafenden Maus. 

Der Weg ins Krankenhaus verlief problemlos. Unterwegs schrieb ich noch ein paar Nachrichten und las ein wenig. Allein die Huckel und Schlaglöcher auf Straße und Autobahn waren sehr schmerzhaft für mich. 

*** 

Im Krankenhaus

04:20Uhr. Die Nachtwache an der Info wünschte mir alles Gute und rief im Kreissaal an, als sie mich sah. Das rührte mich schon. Eine sehr nette Hebamme, die ich bereits bei meinem Verdacht auf Blasensprung zur Seite stehen hatte, empfing mich und ich war sehr froh, dass ich sie kannte. Ich war die einzige im Kreissaal, kam in den großen, schönen mit Geburtswanne! So, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Mein großer Wunsch war eine Wassergeburt, sah doch gut aus! Wie die Krankenhausroutine es vorsieht, kam ich erstmal ans CTG und bewunderte meine vorbildlichen Wehenkurven mit 4-5 Minutenabständen. Ich war wirklich stolz darauf. Der Befund des Muttermundes war jedoch ernüchternd: erst fingerdurchlässig. Ich hätte mehr erwartet.
Liegen war keine gute Idee, es fühlte sich nicht gut an, ich wollte lieber stehen. Das tat ich auch direkt nach dem CTG: erstmal aufstehen, bequeme Hose anziehen und etwas hin und her laufen. Die Wehenintensität war zum Anfang gut aushaltbar, ich musste veratmen, jedoch noch ohne Laute. Die Hebamme war begeistert über meine konzentrierte Veratmung, lobte ständig meine Entspannung. 
So lief ich im Kreissaal hin und her, veratmete die Wehen, wo sie mich grade empfangen. Mein Mann war ständig neben mir und stütze mich, kraulte meinen Rücken und sprach mit mir. Wir konnten noch scherzen und lachen. 
Ich weiß nicht mehr, wann die Wehen stärker wurden, aber es kam plötzlich. Ich musste vertonen, die Wehen zerrissen langsam meinen Rücken. Ich wusste, dass es noch viel schlimmer werden würde, so versuchte ich mich zu beruhigen und konzentriert zu arbeiten. Das funktionierte relativ gut. Da mir jegliches Zeitgefühl fehlt, weiß ich nicht, wann die Wehen in einem immer schnelleren Zeitabstand kamen.  Aber auch das kam eher unverhofft: kaum, dass ich mich versah, hatte ich sehr intensive, schmerzhafte und zum verrückt werden starke Wehen - und mit einem zu geringen Abstand. Manchmal hatte ich kaum mehr als 30 Sekunden zwischen den Wehen, manchmal kamen 3 direkt hintereinander. Zum Ausruhen keine Zeit, zum Aufatmen keine Möglichkeiten. Ich schrie nur noch, zitterte und fragte mich, was zum Teufel das jetzt sein sollte! Was eine absolute Katastrophe war: Sitzen! Sobald ich saß oder eine falsche Bewegung machte, kam direkt die nächste noch kraftvollere Wehe, egal, wann die letzte endete. Ich hielt durch, klammerte mich an meinem Mann, brauchte ihn so sehr um das zu verarbeiten. Es gelang mir eine lange Zeit, meine Kräfte ließen langsam nach, aber ich wollte es unbedingt schaffen. Mein Hebamme schlug vor, ein Schmerzmittel zu probieren, ich verneinte. Eindringlich redete sich auf mich ein, es zumindest zu testen. Es sei nur Buscopan und noch ein anderes sanftes Schmerzmittel - es weicht den Muttermund weiter auf und unterstützt. Irgendwann ließ ich mich darauf ein, die Spritze tat höllisch weh, viel mehr als eine Wehe. Die Hebamme lächelte nur und meinte: "Das sagen alle Frauen!" Was ein Teufelszeug. 

Bis auf die Nebenwirkungen spürte ich keine Verbesserung der Schmerzen. Dafür fühlte ich mich innerhalb weniger Sekunden wie besoffen und leicht schwindelig. Toll - Nebenwirkungen eingetreten, eigentliche Wirkung ausgeblieben. Ich kam noch mal an das CTG, danach stand eine weitere Muttermundkontrolle an. Das Wort PDA kam langsam in den Raum hineingeschlichen. In meinem Kopf lief ständig nur ein Film: "keine PDA, ich will in die Wanne, ich will es so schaffen, ich bin stark!" Aber ich wusste: sollte es noch sehr lange dauern, werde ich es nicht schaffen. 
Das CTG sprach dieselbe Sprache wie zu vor, viele starke und intensive Wehen in 1-2 Minutenabständen. Es zeriss mich, mein Kiefer zitterte und Tränen kullerten. Immer wieder versuchte ich mich zu beruhigen, mir selbst zu sagen, dass es bald vorbei sein würde und ich mich nicht aufregen darf. 

Die Kontrolle des Muttermundes wurde danach zu meiner persönlichen Hiobsbotschaft: 7 Stunden Wehen und der Muttermund war erst bei 2cm. Ich hätte heulen können, ich fand das so unfair. Die ganzen Schmerzen für 2cm?

***

Die PDA

Es gab für mich keine andere Lösung. Die PDA muss her. Nicht auszudenken, wie lange das noch gehen sollte, wenn wir erst bei 2cm angelangt sind. Die Hebamme sagte, ich sollte es mir überlegen und ging wieder. In meiner Erinnerung sagte ich ihr zu diesem Zeitpunkt bereits, dass ich sie haben will. Aber offensichtlich waren das nur meine Gedanken. Es geschah nichts. Kein Anästhesist kreuzte auf. Ich kämpfte weiter und vertonte die Wehen lauthals. Nur so war es ertragbar. Wieso kam keiner und half mir, wo ist der Anästhesist?? Mein Mann fragte nach einer Zeit nach, er wurde gerufen. 
Ein sehr netter Arzt betrat den Raum, ich war zu schwach, um die Augen richtig zu öffnen und ihn richtig zu begrüßen. Als er mich sah, war er ein wenig geschockt und sagte nur: "Das ist doch hier ein Notfall, warum hat mich denn niemand früher gerufen?" Notfall? Ich widersprach, er lachte und meinte, dass ich definitiv einer sei. So ginge das ja nicht weiter. Es wurde alles vorbereitet, ich sollte mich aufs Bett setzen. Hinsetzen. Ich. Wie genau sollte das gehen, ohne direkt zu zerspringen? Man stellte den Gebärhocker vor mein Kreisbett, ich sollte mich an die Bettkante setzen, die Füße auf den Hocker stellen und einen Katzenbuckel machen. Kaum saß ich, kam die nächste Monsterwehe. Ich frage mich bis jetzt, warum mein Körper bei jedem annähernden Sitzen so reagiert hat. Der Anästhesist schüttelte immer wieder den Kopf und fragte sich, was mit mir geschah. Dann kam das Wundermittel: Wehenhemmer. Sofort waren sie weg, ich war erleichtert. Konnte endlich wieder durchatmen. Danke! Da die Wehen zu intensiv und mit wenig Abstand waren, war der Wehenhemmer notwendig, damit der Anästhesist genug Zeit hatte, die PDA zu legen. Er scherzte viel, hatte eine sehr freundliche stimme und lag humortechnisch mit mir auf einer Ebene. Unter normalen Umständen. Leider hatte ich nur wenig Kraft, ihm zu kontern. Er bereitete meinen Rücken vor, sprach davon, dass er das schon irgendwie machen würde. Er sei ja noch neu, habe das noch nicht so oft gemacht. Aber er schafft das schon. Irgendwie. All das mit einem sehr ironischen Unterton. Es lockerte durchaus die Stimmung, machte mich ein wenig ruhiger. Ich erzählte ihm noch, wie ich auf die letzte PDA reagiert habe und dass er sich ja anstrengen sollte. "Ich werde sie schon nicht querschnittslähmen. Ich hab aufgepasst, wie das geht. Nur die Übung fehlt mir! Ich bin ja noch Anfänger" Die Hebamme ging irgendwann lächelnd dazwischen und sagte mir: "Das ist hier übrigens nur der leitende Oberarzt, der redet immer soviel Unsinn!" 
Wie gesagt, er war mit mir auf einer Wellenlänge, ich mochte ihn gern und versuchte mich ein wenig mit ihm zu unterhalten.  "Ne, jetzt ma im ernst. Ich habe meiner Frau versprochen, dass ich niemals im Leben eine Mutter querschnittslähmen werde. Sie hat mir angedroht mich zu verlassen, wenn ich das jemals einmal verpatzen sollte. Nene, sowas mach ich nicht. Und außerdem: das könnte ich mir nie verzeihen, da wär mein Leben echt vorbei. Ich passe auf, keine Angst." 
Ich konnte schlecht entspannen, verkrampfte immer wieder vor Angst. Angst vor der Spritze in den Rücken. Angst vor dem Eingriff. Angst vor möglichen Folgen. Viele versuche brauchte es, bis ich endlich locker ließ, meine Schultern nicht verkrampften und ich meine Haltung veränderte. Der erste Versuch ging daneben: zuviel Wasser hatte sich in meinen Körper angesammelt, der Anästhesist konnte nicht durch das Gewebe, konnte nicht "fühlen", wo er hinmusste. Abbruch. Und nochmal. Nun höher. Alles von Anfang. Wieder lokale Betäubung, diesmal klappte es besser. Das Gefühl, wie sich ein Schlauch den Rücken hochzieht, ist mehr als widerlich. Es ist falsch, es ist gruselig. "Können Sie ihre Beine bewegen?" Ja, konnte ich. "Super, dann hab ich Sie nicht querschnittsgelähmt!" 
Ich wurde verkabelt, der Schlauch wanderte meinen Rücken hoch über die linke Schulter Richtung Schlüsselbein und wurde dort fixiert. Die erste Ladung Schmerzmittel wurde eingepumpt, sie sollte ca. 2 Stunden halten. Und es half. Es kam mir wie ein Wunder vor. Ich konnte mich entspannen, mich ausruhen und kraft tanken für den Rest, für die große Phase der Geburt.

***
Entspannung

Die PDA tat das, was sie tun sollte. Ich schloss etwas die Augen, orientierte mich neu und dachte nach. Gut, ohne PDA hatte ich es nicht geschafft. Aber die Geburt würde ich packen. Sicher! Wehen hatte ich weiterhin. Auch ohne Wehenmittel. Alles war in Ordnung. Nun wartete ich, dass die Pressphase begann. Es dauerte nicht lange, bis der Muttermund schlagartig von den 2cm auf 8cm eröffnet war. Wieso ging das auf einmal so schnell? Ein schlechtes Gewissen kam auf, dass ich die PDA gewählt habe. Vielleicht hätte ich es doch geschafft. Hätte ich nur gewusst, dass der Muttermund auf einmal so einen riesen Sprung macht!

***

Die Pressphase. Oder: die Geburt wird zum Alptraum

"Sie werden trotz PDA die Pressphase und den Druck spüren. Das ist wichtig!" Ja, das ist es. Und der Druck kam auch. Für alle, die sich fragen, wie es sich anfühlt: bei mir - und laut Hebamme ist das richtig und soll so sein - fühlt man nicht vorn einen Druck, sondern hinten. Als ob man dringend aufs Klo müsste. Oder schon echt lange lange nicht mehr war. Zu Anfang war der Druck ertragbar, es steigerte sich jedoch so, dass ich auch den Druck irgendwann veratmen musste. Ob ich das Gefühl hätte zu schieben oder pressen, fragte mich die Hebamme. Nein, hatte ich nicht. Lange hatte ich das nicht. Der Muttermund wurde kontrolliert und er war vollständig eröffnet. Bei diesen Worten der Hebamme wurde mir ganz warm ums Herz. Der Muttermund ist auf, es dauert nicht mehr lange. Bald werde ich mein Mädchen im Arm halten.

Die Fruchtblase platze, als die Hebamme im Nebenzimmer eine kleine Pause machte. Nur ein wenig Fruchtwasser trat heraus. Mein Mann ging zur Hebamme und sie sagte, sie käme gleich. Kurz danach merkte ich auf einmal, dass sich was tut, irgendwas bewegt sich, irgendwas kommt während der Druck sich steigerte. Ich war verwirrt. Was war das? Kann das der Kopf sein? Fühlt es sich so an? "Schatz, ich glaub ich spüre den Kopf rauskommen, ich weiß es aber nicht!" Aber was sollte es sonst sein? Ein paar Wehen später wurde das Gefühl immer intensiver, ich spürte etwas rundes, aber auch weiches sich bewegen. Es kam, ich wurde panisch, keiner war da. "Schatz, der Kopf kommt!" Wieder ging er zu den Hebammen und ich hörte nur schnelles Aufstehen und sie kamen ganz schnell: "Das kann nicht sein, der kann doch nicht ohne mich kommen!" In der Sekunde, als die Hebamme dazukam, presste ich. Und es war leider nicht der Kopf sondern die Fruchtblase. Sie hatte sich  - wie auch immer - verabschiedet und ein Riesenstück samt Flüssigkeit trat heraus, ich habe eine Glückshaube geboren, nur ohne Kind. Ich war enttäuscht und vor allem war es mir unsagbar peinlich, dass ich es für den Kopf gehalten habe. Aber auf die Idee, dass es die Fruchtblase ist, bin ich nicht gekommen. Die Hebammen (mittlerweile im Schichtwechsel) blieben nun da, ich sollte pressen, wenn ich den Druck spürte. Ich presste und gab meine ganze Kraft ab. "Ich sehe den Kopf, es sieht nach dunklen Haaren aus!" Bei den Worten wurde ich euphorisch. Der Kopf. Sie hat den Kopf gesehen. Ich habe es gleich geschafft. Gleich ist sie da. Ich habe es tatsächlich geschafft, ohne Kaiserschnitt!" Auch jetzt noch durchkommt mich ein wohliges Gefühl und Tränen steigen auf, wenn ich an diesen Moment denke. Ich war so glücklich. 

Immer wieder presste ich, irgendwann kamen 2 Ärzte hinzu. Es sollte Blut aus dem Kopf abgenommen werden. Scheisse. Das ist nicht gut. Was war passiert? Das CTG sah ich nicht mehr, es muss ihr schlecht gehen. Licht wurde auf mich gerichtet, die Stimmung wurde gespannter. Ich merkte, dass etwas nicht stimmte, aber es sagte mir niemand etwas. In einer Wehe wurde ein Elektrode auf den Kopf des Babys gelegt um die Herztöne zu hören. Mein persönlicher Horror begann. Man hörte die Herztöne. Aber die Abstände waren zu groß. Man hörte ein Herzschlag. Danach lange nichts mehr. Mehrere Sekunden kam nichts. Dann 3 hintereinander. Dann wieder nichts. Unregelmäßig. Zu selten. Ich wusste nicht, ob ich das richtig verstand. Ist es tatsächlich das, was ich grade vermute? Befinden wir uns grade tatsächlich in einer schlechten Situation? Es war doch alles bisher so gut! Ich fragte nach und man bestätigte mir, dass es ihr wohl nicht so gut ginge. Ich weiß nicht, was die Ärzte mit mir gemacht haben, ich war zu sehr mit dem Druck und dem Pressen beschäftigt.Ich zitterte am ganzen Körper, mein Kiefer war außer Kontrolle. Er zitterte und meine Zähne klapperten aufeinander.
Auf einmal machte es in mir "Knack". Ganz laut und für mich sehr realistisch. Ich erschrak sehr: "Da hat was in mir geknackt! Ganz laut! Was war das?" Ich bekam keine Antwort. Die Herztöne wurden nicht besser, es wurde immer dringender, ich merkte, dass die Ärzte nervös wurden. "Kaiserschnitt!" rief die Ärztin, die andere lief los. 

***
Die Notsectio

 "Nein!" schrie ich und fing sofort an zu weinen. Nein, das darf nicht sein, das kann nicht sein. Wieso fragt mich denn keiner? Darf ich das nicht entscheiden? Es schüttelte mich am ganzen Körper, ich weinte bitterlich. Ein OP-Bett wurde herangeschoben: "Schaffen Sie es rüber?" Ich versuchte es und schaffte es. Man schob mich schnell in den OP, als ich dort ankam - es waren nur wenige Meter - stand dort bereits das komplette Team, 7 Menschen warteten auf mich, waren hektisch, schrien herum und fummelten an mir herum. Ich fragte nur: "Vollnarkose?" Ja, Vollnarkose. Notkaiserschnitt also. Ich hatte keine Wahl. Es muss schlecht stehen. Ich weinte nur noch, hinter mir stand eine Frau, sie streichelte meine Wange und versuchte mich zu beruhigen. Sie versicherte mir, dass alles gut wird. Was war überhaupt los? Die Hektik machte mich wahnsinnig, die Ungewissheit zerriss mich. Was ist nur passiert? "Wir sind fertig! Los gehts!" Mir wurde die Narkose gespritzt, ich erinner mich noch nicht einmal, wie ich langsam müde wurde. Das wurde ich nicht. Ich bin sofort weggefallen. 

***

Unsere zweite Tochter wurde am 28.6. um 15:17Uhr nach 13 Stunden Wehen mit 52cm und 35KU-Umfang geboren. Sie wog ca 3900g.
Sie atmete nicht, als sie geboren wurde. Man reanimierte sie und beatmete  sie mit einem Tubus. Schnell berappelte sie sich, geschätze 3 Minuten dauerte es. Sie wurde mit einem Krankenwagen in die nächste Kinderklinik verlegt und dort auf der Intensivstation behandelt. 
Meine Gebärmutter ist in der Pressphase gerissen, das war das laute "Knack". Mein Baby lag zum Teil in meinem Bauchraum, mein Bauch war voller Fruchtwasser - die Plazenta hat sich gelöst, die Versorgung war dahin. Ich wurde 1,5 Stunden operiert, musste zum Glück keine Bluttransfusion erhalten, da die Ruptur ziemlich zum Ende geschah. Nach der Operation kam ich auch die Intensivstation für einen Tag.


*** 

....weiter mit Teil 2 in der Fortsetzung...

Tags: being pregnant

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Kommentare

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Am 07.07.2013 10:32 Uhr schrieb jokrebs:
ohje du arme.das klingt ja schrecklich.bis zur geburt im kreissaal mit pda minimuttermund und kind nicht geatmet war es bei mir genauso.aber mir blieb der horror mitm KS erspart.ich hoffe du hast dich etwas erholt.


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